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Finanz-Basics #4 – Rücklagen bilden

Wer langfristig nach dem Buy-and-Hold-Prinzip sein Geld in ETFs investieren will, wie ich es in den kommenden Finanz-Basics vorstellen werde, sind genügend Rücklagen eine unabdingbare Grundvoraussetzung. Nur so stellst du sicher, dass du dein investiertes Geld sorgenfrei liegen lassen kannst und es sich Schritt für Schritt vermehrt.

Was du in diesem Beitrag lernst

  • weshalb genügend Rücklagen beim Investieren wichtig sind
  • Wie hoch deine Rücklagen etwa sein sollten
  • Wie und wo du das Geld am besten zurücklegst

Wer investieren will, braucht Rücklagen

Als Student oder Geringverdiener ist diese Erkenntnis erstmal schwer zu verdauen, schließlich ist meist schon nicht mal genug Geld zum Investieren da – und dann soll ich mir vorher auch noch Rücklagen ansparen, bevor ich mein Geld endlich in Aktien oder ETFs stecken darf.

Wer investieren will, sollte vorher aber unbedingt ein gewisses Polster auf dem Konto haben. Denn es können jederzeit unvorhersehbare Ausgaben nötig werden, etwa wenn die Waschmaschine, das Smartphone oder der Laptop kaputt geht. Besonders Autobesitzer sollten für plötzliche Reparaturen auf ausreichend Rücklagen zurückgreifen können. Wenn du jeden Cent sofort in Aktien investierst, den du im Monat nicht ausgibst, hast du kein Geld auf dem Konto, um diese Ausgaben bezahlen zu können und musst Anteile deiner Aktien zu hohen Transaktionskosten verkaufen – egal wie die Kurse gerade stehen.

Wie viele Rücklagen brauche ich zum Investieren?

Die Antwort dieser Frage hängt von vielerlei Faktoren ab und wird von jedem unterschiedlich beantwortet werden. Als grobe Richtlinie gilt: Du solltest stets 3-4 Nettomonatsgehälter auf deinem Konto zurückgelegt haben, bevor du Geld z.B. in Aktien investierst.

Letztendlich musst du die genaue Höhe aber nach deinem eigenen Empfinden festlegen. Lege dir auf jeden Fall so viel zurück, dass du dein investiertes Geld auch bei plötzlichen Veränderungen deiner finanziellen Lage (kurzfristige Arbeitslosigkeit, Ausgaben für kaputtes Handy, etc.) nicht anfassen musst.

Für einen langfristigen Buy-and-Hold-Ansatz (einmal kaufen, nicht mehr verkaufen) ist das eine essentielle Grundvoraussetzung, da sonst unnötig hohe Transaktionskosten deine Rendite schrumpfen lassen.

Wohin mit den Rücklagen?

Die Rücklagen sollten sich am besten auf deinem Gehaltskonto befinden bzw. auf dem Konto, von dem deine monatlichen Fixkosten abgehen (Zur Unterscheidung von Fixkosten und variablen Kosten siehe Finanz-Basic #2). So stellst du zum einen sicher, dass du immer genügend Geld hast, um die Fixkosten zu bezahlen und dein Konto nicht ins Minus rutscht.

Zum anderen kannst du auch unvorhergesehene Ausgaben hiervon tätigen und deine Rücklagen anschließend wieder auffüllen. Ein Beispiel: Dein Laptop geht kaputt und du brauchst für die Uni unbedingt einen neuen. Dafür musst du unvorhergesehen 500 Euro ausgeben, die du dank deiner Rücklagen in Höhe von 3000 Euro aber locker auf dem Konto hast. Jetzt liegen deine Rücklagen nur noch bei 2500 Euro. Das Geld was du monatlich sparst, nutzt du ab sofort nicht um Aktien zu kaufen, sondern um deine Rücklagen wieder auf 3000 Euro zu bringen. Erst dann fängst du an, dein Gespartes wieder zu investieren.

Zusammenfassung

Wenn du nicht in Zahlungsnot kommen und dein Konto überziehen willst, brauchst du zum Investieren genügend Rücklagen, am besten in Höhe von mindestens 3-4 Nettomonatsgehältern. Die Rücklagen sollten sich auf dem Konto befinden, von dem deine Fixkosten abgehen, damit du nicht zahlungsunfähig wirst. Die Rücklagen sollten dabei möglichst konstant bleiben. Hast du sie einmal anzapfen müssen, solltest du sie stets wieder auffüllen, bevor du dein Gespartes in neue Aktien, ETFs und sonstige Geldanlagen steckst.

Buchempfehlung

Wie schädlich Kredite und Konsum auf Pump für den Vermögensaufbau sein können und weshalb du sie daher unbedingt vermeiden solltest, zeigt dir der Investment Punk* von Gerald Hörhan sehr anschaulich. Das Buch hat einige interessante Ansätze zum Umgang mit Geld und untermauert, weshalb Rücklagen beim Investieren so wichtig sind.

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