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Checkliste für den ETF-Kauf: Auf welche Kriterien du achten solltest

Checkliste mit Ankreuzfeldern Ja Nein

Wer sich mit den vorherigen Finanz-Basics nun eine Übersicht über die eigenen Finanzen verschafft hat, kann jetzt endlich den ersten eigenen ETF kaufen! Doch was muss man bei der ETF-Auswahl beachten? Welche Kriterien gibt es beim ETF-Kauf? Und wie finde ich den gewünschten ETF bei meinem Broker? Dieser Finanz-Basic liefert eine Anleitung zum ETF-Kauf samt Checkliste für ETF-Kriterien zum Herunterladen als PDF.

Was dich in diesem Beitrag erwartet

  • Was du beim Kaufen von ETFs beachten solltest
  • Wie du einen ETF kaufen kannst
  • Eine PDF-Checkliste für den ETF-Kauf

Was muss ich beim ETF kaufen beachten?

Zunächst einmal musst du dir überhaupt klar werden, in welchen Index du investieren willst. Drei Beispiele, wie ein simples aber effektives ETF-Portfolio aussehen kann, kennst du ja bereits aus meinem letzten Finanz-Basic.

Nehmen wir vereinfachend an, du möchtest in den MSCI World investieren. Wenn du jetzt bei deinem Broker „MSCI World“ eingibst, wird dir gleich ein ganzer Haufen ETFs vorgeschlagen, die alle den MSCI World-Index abbilden.

Und worin unterscheiden sich die ETFs? Es gibt zahlreiche kleine Details, die von ETF zu ETF unterschiedlich sind. Hier deshalb ein Überblick über die (aus meiner Sicht) wichtigsten Eigenschaften von ETFs.

Kriterien beim ETF-Kauf

Checkliste mit Ankreuzfeldern Ja Nein
Photo by Pixabay on Pexels.com

1. Die Kosten des ETFs (auch TER genannt)

Unter der sogenannten TER werden alle Kosten zusammengefasst, die für diesen ETF jährlich anfallen (Verwaltungskosten, etc.).

Die liegen in etwa zwischen 0,1% und 0,6% pro Jahr, je nachdem wie „speziell“ der ETF ist. Ein breiter ETF z.B. auf den MSCI World oder Emerging Market hat meistens eine geringere Kostenquote als ein vermeintlich „trendiger“ Spezial-ETF auf E-Sports.

Dennoch liegen die Kosten für ETFs damit weit unter denen von aktiv gemanagten Fonds. Dort musst du meist mit jährlichen Kosten von 1 bis 2% rechnen plus einem Ausgabeaufschlag beim Kauf.

Das solltest du wählen: Hast du nahezu identische ETFs herausgesucht, dann wähle den mit der günstigeren (also niedrigeren) TER. Bei annähernd gleicher TER wähle den mit der niedrigeren Geld-Brief-Spanne.

2. Ausschüttungsart: Thesaurierend vs. ausschüttend

Da ETFs nichts anderes als ein Bündel von Aktien sind, generieren sie auch Erträge in Form von Dividenden. Die werden je nach Art des ETFs entweder an dich ausgeschüttet oder automatisch wieder reinvestiert (thesaurierend).

Das solltest du wählen: Damit du bestmöglich vom Zinseszinseffekt profitieren kannst, solltest du thesaurierende ETFs wählen. Dann musst du dich nicht selbst um das Wiederanlegen der Dividenden kümmern. Möchtest du hingegen langfristig ein Einkommen aus Dividendenerträgen aufbauen, dann sind ausschüttende ETFs natürlich die bessere Wahl.

Tipp: Ob ein ETF ausschüttend oder thesaurierend ist, erkennst du schon im Namen. Das Kürzel „ACC“ (=accumulating) steht für thesaurierend. Das Kürzel „DIS“ hingegen steht für distribution=Ausschüttung.

3. Nachbildungsart: Physisch vs. synthetisch

Es gibt verschiedene technische Möglichkeiten, wie ein ETF einen Index nachbilden kann.

  1. Physische Replikationvollständig: Der ETF enthält Eins zu Eins alle Wertpapiere des Indexes. Du kannst dir vorstellen, dass das beim MSCI World mit seinen 1600 Titeln ziemlich schwer ist. Deshalb gibt es folgende Abwandlung.
  2. Physische Replikation – Sampling: Breite Indizes wie der MSCI World, die viele Titel enthalten, werden mithilfe von computerbasierten Optimierungsverfahren nachgebildet. Der ETF enthält also nur die Titel aus dem Index, die den größten Einfluss auf die Wertentwicklung haben. Damit müssen nicht alle 1600 Aktien gekauft werden, die Wertentwicklung des MSCI World wird mit dem ETF aber trotzdem nahezu identisch nachgebildet.
  3. Synthetische Replikation – Swapping: Diese Art der Replikation ist etwas kompliziert und birgt für Privatanleger einige Nachteile. Im Grunde ist ein Swap ein Tauschhandel zwischen z.B. einer Investmentbank und einem ETF-Anbieter. Wen diese Art näher interessiert, kann sich im Gastbeitrag von Aktiengram die Details durchlesen.

Das solltest du wählen: Am besten die physische Replikation, ob vollständig oder Sampling ist nicht so wichtig. Aufgrund der komplexen Nachbildungsart und den versteckten Risiken solltest du Swap-ETFs (also die synthetische Replikation) hingegen zunächst meiden!

4. Fondsvolumen: Wie groß muss der ETF sein?

Ein ETF sammelt alle Gelder von seinen Anlegern und kauft damit die Wertpapiere des zugrundeliegenden Indexes.

Ist das Fondsvolumen zu klein, dann machen die ETF-Anbieter ein Minus-Geschäft und es ist wahrscheinlicher, dass der ETF eingestellt wird. Eine grobe Regel: Ab einem Fondsvolumen von 50 Millionen Euro rechnet sich ein ETF für den ETF-Anbieter, ab einem Fondsvolumen von 100 Millionen Euro gibt es nahezu keine Probleme was die Wirtschaftlichkeit angeht. Deshalb haben ETFs mit höherem Volumen meist auch eine geringere Kostenquote (TER).

Das solltest du wählen: Damit dein ETF nicht kurz nach deinem Investment direkt wieder aufgelöst wird, ist ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro ein sinnvolles Kriterium.

Übrigens: Falls du dich fragst, was die Abkürzung „UCITS“ in einem ETF-Namen bedeutet: UCITS steht für „Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities“, auf deutsch „Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“ (OGAW). Dabei geht es um den Schutz von Anlegern, bedeutet für dich aber einfach nur, dass der ETF in Europa aufgelegt ist.

Wie suche ich einen ETF aus?

Um eine ETF-Auswahl zu treffen und einen passenden für dich zu finden, empfehle ich dir die ETF-Suche von justetf.

Wähle dort zunächst den Index in der linken Spalte aus (bspw. „MSCI World“) und filtere dann in den weiteren Kategorien nach den oben genannten Kriterien bzw. der nachfolgenden PDF-Checkliste. Anschließend sortierst du die übrig gebliebenen ETFs nach der TER. Das Ergebnis für den MSCI World könnte dann in etwa so aussehen:

Übersicht MSCI World ETFs nach dem Filtern bei justETF
Bild: Screenshot justetf.com

Wichtig: Nach dieser Liste wäre die bestmögliche Option der „SPDR MSCI World UCITS ETF“. Jetzt kommt es aber auch noch auf den Broker an. Bei Trade Republic* zum Beispiel könntest du den dritten ETF aus der Liste, den „iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)“, kostenlos besparen. Gerade bei einem monatlichen Sparplan kann es deshalb also Sinn machen, die 0,08 Prozentpunkte an höheren laufenden Kosten in Kauf zu nehmen und dafür jeden Monat die Ordergebühren beim Sparplankauf zu sparen.

Überall unterschiedliche ETF-Namen: Was tun?

Das Dumme ist: Der „iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)“ heißt in der Trade Republic-App einfach nur „Core MSCI World“. Und zwar weil alle kostenlosen Sparpläne dort vom ETF-Anbieter „iShares“ sind. Die ganzen Details wie UCITS (=ETF stammt aus Europa), „USD“ (=Währung des ETFs sind US-Dollar) und „Acc“ (=thesaurierend) blendet Trade Republic einfachheitshalber aus.

Um sicherzugehen, dass du auch den richtigen ETF kaufst, gehst du am besten wie folgt vor: Hast du dich auf justETF für ein Produkt entschieden, dann klicke auf den ETF-Namen. Dort bekommst du dann folgende Detail-Übersicht (hier am Beispiel des Core MSCI World):

justETF-Seite zum iShares Core MSCI World
Bild: Screenshot justetf.com

Wichtig ist hier die ISIN und die WKN. Gibst du die ISIN bei deinem Broker (z.B. Trade Republic*) ein, wird dir genau dieser ETF angezeigt. Lass dich nicht verwirren, wenn der Name ein wenig anders ist. Das Wichtige ist, das ISIN und WKN übereinstimmen.

PDF-Checkliste für den ETF-Kauf

Die oben genannten Kriterien und meine jeweiligen Empfehlungen dazu habe ich in einer PDF-Checkliste zusammengefasst, damit du sie bei der Produktauswahl stets übersichtlich griffbereit hast.

Anmerkung: Die Checkliste für den ETF-Kauf ist lediglich eine persönliche Zusammenstellung von aus meiner Sicht wichtigen Kriterien für den ETF-Kauf und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll lediglich als grobe Orientierungshilfe, nicht als Anlageberatung dienen. Beachte dazu auch meinen Disclaimer.


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